Archive for März 12th, 2010
Chile: Starke Nachbeben
Stand: 12. März 2010
Am 11. März um 11:39 Uhr Ortszeit ist Chile erneut von einem schweren Erdbeben (Stärke 6,9) erschüttert worden. Das Epizentrum lag circa 110 Kilometer westlich von Rancagua in einer Tiefe von 35 Kilometern. Wenige Minuten danach ereignete sich ein weiteres Erdbeben der Stärke 6,7, außerdem waren während des gesamten Tages mehrere weniger starke Beben zu spüren.
In den Küstenregionen wurde kurz nach den beiden starken Nachbeben eine Tsunami-Warnung ausgegeben. Sie konnte jedoch nach wenigen Stunden wieder weitgehend aufgehoben werden und besteht derzeit nur noch für die Osterinsel. Die Zone, die nach dem Erdbeben vom 27. Februar zum Katastrophengebiet erklärt worden war, wurde nun auf die Epizentren der aktuellen Nachbeben ausgeweitet. Dort kam es in einigen Gegenden erneut zu Stromausfällen und Straßenschäden. In Santiago gab es vorübergehend Störungen im Telefonnetz, einige Hochhäuser wurden vorsichtshalber evakuiert. Jedoch hat sich die Lage in der Hauptstadt und Umgebung bereits wieder komplett normalisiert. Auch der Flugverkehr wurde nicht beeinträchtigt.
Schließungswelle rollt
VON THOMAS WÜPPER
Die Reisebüros trifft die Wirtschaftskrise besonders hart. Die Umsätze sind allein im vorigen Jahr um mehr als ein Achtel gesunken. Experten erwarten eine weitere Schließungswelle. Doch es gibt Wege aus der Krise.
Wenn Peter Voigt die Bilanzen mancher Reisebüros sieht, kann der Tourismus-Professor der Hochschule München nur den Kopf schütteln. “Es gibt Anbieter, die müssten eigentlich schleunigst zumachen”, sagt Voigt. “Vor allem kleinere Büros machen Verluste und sind manchmal schon so überschuldet, dass die Insolvenz unvermeidlich ist.” Seit Jahren nimmt der Wissenschaftler mit seinen Studenten die Zahlenwerke der Reisevermittler unter die Lupe, unter anderem auch im Auftrag des Deutschen Reiseverbands. Die repräsentativen Analysen zeigen wenig Erfreuliches.
Jede dritte Agentur ist in den vergangenen Jahren bereits verschwunden. Die Schließungswelle rollt, mehr als 600 Vermittler machten voriges Jahr dicht. Von einst mehr als 17000 Vertriebsstellen sind weniger als 11000 übrig. Darunter sind nur noch rund 8000 Vollerwerbsbüros. Besonders viele nebenberufliche Vermittler haben aufgegeben. Aber auch für den Rest wird das Überleben immer schwerer:
“In fünf Jahren wird es kaum noch mehr als 5000 Vollerwerbsbüros geben”, erwartet Voigt.
Alarmierende Zahlen, die von der Branche zur Internationalen Tourismus-Börse in Berlin vorgestellt wurden, bestätigen diese Einschätzung. Demnach sank im Tourismusjahr 2009, das am 30. November endete, der Umsatz der Reisebüros um 13 Prozent auf 19 Milliarden Euro. Am heftigsten erwischte es die Vermittler von Geschäftsreisen, deren Umsatz sogar um ein Viertel schrumpfte.
Das trifft die Vermittler hart. Denn ihre Gewinne kommen meist allein aus Provisionen, die umso geringer ausfallen, je mehr der Umsatz fällt. Hinzu kommt: Die Provisionssätze sinken ebenfalls seit Jahren, die Fluggesellschaften zahlen den Reisebüros überhaupt keine Umsatzvergütung mehr. Die Vermittler müssen versuchen, über Extragebühren auf ihre Kosten zu kommen - doch manche Kunden buchen dann lieber direkt im Internet. “Die Umsatzrenditen der Reisebüros sind im Schnitt deutlich unter ein Prozent gesunken”, sagt Professor Voigt. “Agenturen mit weniger als vier Millionen Euro Umsatz schreiben häufig rote Zahlen.”
Vor allem auf das wachsende Onlinegeschäft haben viele Agenturen bis heute keine Antwort gefunden. Immer mehr Reisen werden direkt beim Veranstalter, Flug-, Hotel- und Mietwagenanbieter gebucht. Zwar nicht unbedingt billiger, wie Vergleiche zeigen. Aber dafür bequem von Zuhause. Experten wie Voigt sind daher sicher: Wer als Reiseverkäufer Zukunft haben will, muss auf die gewandelten Bedürfnisse seiner Kunden reagieren. “Der Vermittler muss vor allem durch seine Beratungskompetenz überzeugen”, so der Professor. Allerdings reicht es im Internet-Zeitalter nicht mehr, den Kunden Kataloge für ihre Wunschziele in die Hand zu drücken oder ihnen Hotelbeschreibungen vorzulesen. “Wer wegfahren will, kommt heutzutage oft gut vorbereitet ins Reisebüro, weil er sich zuvor im Web schlaugemacht hat.”
Gerade an der Aus- und Weiterbildung jedoch spart die Branche seit Jahren - ein gefährlicher Teufelskreis. “Wenn die Renditen so gering sind, wird natürlich gerade beim großen Kostenblock der Personalausgaben gestrichen”, sagt Voigt. Weniger Lehrlinge, weniger Berater, keine Zeit und kein Geld mehr für Fortbildungsseminare - so schaufeln sich manche Agenturen ihr eigenes Grab. Denn der Schlüssel zum Erfolg heißt gute Kundenberatung. Voigt rät zur Spezialisierung: “Tauch-, Sport-, Golfreisen, Kreuzfahrten, Vereins- und Handelskammerreisen - wer sich auf einem Gebiet gut auskennt, wer beste Kontakte hat, kann überleben.”
Die Gründung eines herkömmlichen Reisebüros empfiehlt Voigt nur noch in Ausnahmefällen. “Besonders in Großstädten machen sich die Anbieter gegenseitig das Leben schwer und sich im Rabattkampf das Geschäft kaputt.” Aber manch einer findet noch eine Marktlücke.
Kundenfreundliche Öffnungszeiten, Beratung übers Internet, Besuche beim Kunden daheim, selbstveranstaltete Reisen, Spezialisierung - das sind für Voigt Erfolgsfaktoren. Einer seiner Studenten verkauft inzwischen mit Riesenerfolg online Hochzeitsreisen. Eine andere vermarktet vom heimischen PC aus eine indische Urlaubsinsel.
Sportmeeting International möchte sich gerne an einem stationären Reisebüro mit einem speziellen Zielgebietsthema beteiligen. Kontakt erbeten unter fredy@scharkowski.de
Noch sind viele EU-Staaten unschlüssig, ob sie Nacktscanner einführen.
Eins aber fordern sie schon jetzt:
Die Kosten sollen Airlines und damit die Passagiere übernehmen.
Erst sollen sich Flugreisende von Nacktscannern durchleuchten lassen, dann sollen sie auch noch dafür zahlen.
Nach dem Willen der meisten EU-Staaten sollen die Flughäfen und Airlines – und somit letztlich die Fluggäste – für die Kosten der neuen Sicherheitstechnik zur Kasse gebeten werden.
Dies fordert nun auch die Bundesregierung bei einem Treffen der EU-Verkehrsminister.
Die Europäische Union streitet allerdings über diese Frage: Das Europaparlament schlägt vor, dass die Staaten selber die Gebühren zahlen.
Die Mitgliedsländer sind dagegen. “Es ist eine etwas eigenartige Philosophie, dass alles gleich den Staaten aufgebürdet wird”, sagte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer. “Der allgemeine Steuerzahler kann für diese Kosten nicht aufkommen, das widerspricht der Kostenklarheit und Kostenwahrheit. Das sage ich jetzt als gelernter Kaufmann.”
Hintergrund des Streits ist, dass die Scanner deutlich teurer als herkömmliche Detektoren sind.
Ein einzelnes Gerät kann schnell mehr als 100.000 Euro kosten
und belastet das Budget der Flughäfen beträchtlich.
Italien, Großbritannien, Frankreich und die Niederlande testen die Geräte bereits. Deutschland will sie von Sommer an einsetzen, zunächst aber auf freiwilliger Basis.
Scanner dagegen durchleuchten die Passagiere bis auf die Haut und sollen beispielsweise am Körper versteckten Sprengstoff aufspüren. Kritiker warnen vor einer Verletzung der Privatsphäre und möglichen Risiken für die Gesundheit.
Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, AFP