Archive for Mai 5th, 2010
Im Stadtzentrum von Athen ist es am 5. Mai am Rande der Großdemonstrationen gegen die Sparmaßnahmen der griechischen Regierung zu schweren Ausschreitungen gekommen. Bei einem Brandanschlag auf eine in der Innenstadt gelegene Filiale der griechischen Marfin-Egnatia-Bank kamen drei Bankangestellte ums Leben. Gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und Demonstranten ereigneten sich auch rund um das Parlamentsgebäude.
Auch in anderen griechischen Großstädten gab es Demonstrationen. Abgesehen von lokalen Ausschreitungen in Thessaloniki verliefen diese jedoch weitgehend friedlich.
Nach Angaben der griechischen Gewerkschaften wurde der Aufruf zum Generalstreik weitgehend befolgt. Züge und Fähren haben bis zum 6. Mai um 0.00 Uhr ihren Betrieb eingestellt, der Luftraum über Griechenland wurde wegen des Streiks der Fluglotsen geschlossen.
Die Aktivität des isländischen Evafjalla-Vulkans hat weiter zugenommen. In Verbindung mit den anhaltenden südlichen Winden steigt seit dem 4. Mai abends die Aschekonzentration über Teilen des Nordatlantiks an. Momentan erstreckt sich die Aschewolke von Island über weite Teile Irlands und den Norden Großbritanniens bis in den Golf von Biscaya.
Vor diesem Hintergrund werden die erst am 4. Mai nachmittags wieder geöffneten Lufträume ueber Dublin und Belfast nach Angaben von Eurocontrol am 5. Mai im Laufe des Vormittag bis vorerst 17.00 Uhr Ortszeit erneut geschlossen. Bereits seit den Morgenstunden ist bis mindestens 13.00 Uhr der Flughafen von Glasgow für den Flugverkehr gesperrt. Nach jetzigen Prognosemodellen besteht ferner das Risiko, dass im Laufe des Nachmittags eventuell auch die Flughäfen von Edinburgh, Manchester und Cardiff schließen müssen. Die Gefahr einer Schließung der Londoner Großflughäfen besteht aktuell jedoch nicht.
Auf ihrer Sitzung vom 4. Mai haben die Verkehrsminister der EU einheitliche Grenzwerte für Aschekonzentrationen im Luftverkehr der EU festgelegt. Bis auf weiteres gilt ein Drei-Zonen-Modell: freier Flug bei weniger als 0,2 Milligramm Asche pro Kubikmeter Luft (”Fly-Zone”); eingeschränkte Erlaubnis bei Werten zwischen 0,2 und zwei Milligramm (”Risk-Zone”); und bei allem, was darüber liegt: Flugverbot (”No Fly-Zone”). Die Einordnung legen die europäische Luftsicherheitsbehörde Eurocontrol und das Aschekontrollzentrum in Großbritannien fest. Deren Computermodelle werden dabei laufend durch Daten gespeist, die von Messstellen am Boden sowie von Spezialflugzeugen stammen.