Archive for Juni 11th, 2010
Bei schweren Unruhen in der südkirgisischen Stadt Osch sind seit dem 10. Juni abends mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen, ueber 120 wurden verletzt. In Reaktion auf diese Ausschreitungen rief die Interimsregierung in den betroffenen Bezirken den Ausnahmezustand aus.
Beobachter sehen diese neuen Unruhen in Zusammenhang mit der für Ende Juni geplanten Volksabstimmung über eine neue Verfassung. In den südlichen Bezirken Osch und Dschalal-Abad verfügt der im April 2010 gestürzte Päsident Bakijew noch über viele Anhänger. Zudem entluden sich in den jüngsten Ausschreitungen seit längerem bestehende ethnische Spannungen zwischen Kirgisen und Usbeken.
Im Gegensatz zur angespannten Lage im Süden ist es im Norden des Landes aktuell ruhig.
Momentan gilt der letztmalig am 25. Mai aktualisierte Sicherheitshinweis des Auswärtigen Amtes:
„Trotz generell positiver Entwicklung der Sicherheitslage in Kirgisistan in den letzten Wochen bleibt die Lage fragil. Im Norden des Landes war es am Ende der 40tägigen Trauerzeit (17. Mai) nicht zu den erwarteten Zwischenfällen gekommen; im Süden gab es jedoch auch gewaltsame Manifestationen. Auch wenn die Lage derzeit ruhig ist, kann es insbesondere im Süden jederzeit wieder zu Gewaltausbrüchen kommen. Das Auswärtige Amt bittet alle deutschen und europäischen Staatsangehörigen bei Reisen nach Kirgisistan und innerhalb des Landes, vor allem im Süden, um Vorsicht und empfiehlt, Menschenansammlungen zu meiden und nach Einbruch der Dunkelheit möglichst nicht mehr unterwegs zu sein.“
Nach dem Anschlag auf einen Polizeibus am 8. Juni im Istanbuler Vorort Kuecuekcekmece mit mehreren Leichtverletzten hat das Auswärtige Amt am 11. Juni seinen Sicherheitshinweis zur Türkei aktualisiert. Es weist in allgemeiner Form darauf hin, dass in allen Landesteilen Terrorakte auch weiterhin nicht grundsätzlich ausgeschlossen werden können und schreibt wörtlich:
„Nach Bombenexplosionen in verschiedenen Städten im Jahre 2008 und zuletzt am 08. Juni 2010 - gegen Polizisten gerichtet - in einem Stadtteil Istanbuls befinden sich die Sicherheitsvorkehrungen landesweit unverändert auf hohem Niveau. Es muss in allen Teilen der Türkei weiterhin von einer abstrakten terroristischen Bedrohung ausgegangen werden.“