Archive for Juli 15th, 2010
Rund um die alljährlich Mitte Juli stattfindenden Gedenkmärsche des protestantischen Oranier-Ordens ist es in Belfast wieder zu schweren Krawallen zwischen radikalen katholischen Gegendemonstranten und der Polizei gekommen. Schwerpunkt der Unruhen in der Nacht zum 15. Juli war das mehrheitlich von Katholiken bewohnte Stadtviertel Ardoyne. Die jüngsten Proteste haben am 11. Juli begonnen und flammen seitdem jede Nacht erneut auf. Medienberichten zufolge wurden bisher Dutzende Polizisten und Demonstranten verletzt.
Vertreter der an der nordirischen Regionalregierung beteiligten katholischen und pro-irischen Sinn-Fein-Partei verurteilten die gewalttätigen Auseinandersetzungen. Dennoch haben die Proteste zusammen mit mehreren in den letzten Monaten gegen Sicherheitskräfte verübten Anschlägen zu einer Verschärfung des innenpolitischen Klimas in Nordirland geführt.
In seinem am 2. Juli aktualisierten Reisehinweis zu Nordirland informiert das Auswärtige Amt ueber die zunehmende Gewaltbereitschaft radikaler pro-irischer Gruppen und schreibt wörtlich:
„Trotz der Bildung einer gemeinsamen Regierung von Democratic Unionist Party (DUP) und Sinn Féin im Mai 2007 und einer zunächst deutlichen Entspannung der Sicherheitslage, kam es 2009 sowie 2010 zu gravierenden Anschlägen republikanischer Extremisten in Nordirland. Diese haben zur Folge, dass die nordirische Polizei sowie die die Situation in Nordirland überwachende „Independent Monitoring Commission“ von der höchsten Gefährdungslage seit sieben Jahren ausgehen. Die Koalition zwischen DUP und Sinn Féin und der Friedensprozess als solches sind jedoch nicht gefährdet.“
Irland als Reiseland ist dadurch nicht betroffen.